ARBEIT AM TONFELD

Die Arbeit am Tonfeld® wird seit 1972 erfolgreich angewendet und wurde von Prof. Heinz Deuser entwickelt. Es handelt sich um eine tiefenpsychologisch fundierte und anerkannte Methode mit Tonerde, die aus der Kunsttherapie entstanden ist. Basierend auf den Theorien C. G. Jungs, den Erkenntnissen der Gestaltpsychologie und der Gestaltkreislehre von Viktor v. Weizäcker.

 

Das Tonfeld ist eine phänomenologische Arbeit und steht stellvertretend für die Art und Weise, wie dem Arbeitenden die Welt erscheint bzw. wie sie von ihm wahrgenommen wird. Da sich in allen Bewegungen Wünsche, Ängste, Freuden und Verhinderungen wieder finden. Das Tonfeld wird zu einem Gegenüber, an dem durch Berührung (Sensorik) und Bewegung (Motorik) Erfahrungen gesammelt und sensomotorisch  mittels Aktivität der Basissinne integriert werden können.

 

Das Tonfeld bietet die Möglichkeit der Entdeckung, Begegnung und Erfahrung mit sich selbst. Es fordert dazu auf, einen Umgang zu finden mit dem, was den Arbeitenden bewegt. Der Arbeitende kann seine Möglichkeiten ausnutzen, Kreativität und Individualität zu erleben und sich zu verwirklichen. Über das Erleben können entwicklungsbehindernde Verhaltensmuster abgebaut, emotionale Defizite nachgeholt und soziale, psychische sowie sensomotorische Störungen bearbeitet werden. Kräfte, die fehlen, verschüttet oder blockiert sind, können auf aktive und spielerische Weise wieder entdeckt werden. 

 

Das Setting ist einfach:  Ein Tonfeldkasten aus Holz, in dem mit Ton gearbeitet wird, eine Wasserschale und der Begleiter.

 

Der Begleiter ist achtsam, geschult und nimmt ganzheitlich wahr. Er stellt einen Beziehungsraum zur Verfügung und versteht was passiert. Nicht das Fehlverhalten sondern das Bedürfnis des Arbeitenden steht im Vordergrund. Es werden entwicklungsträchtige Bewegungen und Berührungen fokussiert und bestätigt. Dadurch entsteht die Freiheit Neues zu erproben, emotionale Defizite nachzuholen, die eigenen Ressourcen zu aktivieren und Entwicklungsblockaden zu lösen. 

 

„Ich sehe, was dich bewegt und unterstütze, dass du in die Tat kommst.“ (Heinz Deuser)

 

 

Arbeit am Tonfeld® mit Kindern und Jugendlichen:

 

Kinder und Jugendliche wollen oder können oft nicht reden, ihre Probleme vertiefen oder über ihre Familie sprechen. Und trotzdem wollen sie sich entwickeln. 

 

Mit der AaT® sind die Kinder spielerisch unterwegs. Das Tonfeld bietet hier eine Plattform, sich individuell auszudrücken, Emotionen zu verarbeiten, Halt und Verlässlichkeit zu erleben und die eigenen Stärken zu aktivieren. 

 

Als eine Form der non-verbalen Arbeit bietet die AaT® Jugendlichen die Möglichkeit, nur über das Tun und Spüren in den Ausgleich zu kommen und sich dabei zu entwickeln. Erfahrung von Grenze, Beziehung, Bindung, Gesehen werden und auch Freiheit kann hierbei gemacht werden.

 

Die Arbeit am Tonfeld® ist eine wirksame Methode, Entwicklungsschritte aufzuarbeiten und verhinderte Schritte  nachzuholen. Sie ist Hilfe zur Selbsthilfe. 

 

 

Arbeit am Tonfeld® mit Erwachsenen:

 

Der Erwachsene setzt  Energie frei, findet Beziehung zu sich selbst und einen Umgang mit dem, was ihn bewegt. Ein sich Spüren, Halt finden, sich Abgrenzen lernen, Altes verarbeiten und eigene Kräfte mobilisieren, kann erfahren werden. Zufriedenheit und Selbstbestimmtheit ist die Folge.

 

Insbesondere in der zweiten Lebenshälfte kann die Methode helfen, seine eigene Persönlichkeit auszubilden und seinen Lebensgrund zu finden.

 

„Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden“ (Kierkegaards)

 

 

Wer sind die Zielgruppen?

 

Die Arbeit am Tonfeld spricht grundsätzlich alle Kinder/Jugendliche sowie alle Erwachsenen an

 

    •    deren Persönlichkeit es zu stärken gilt

    •    deren Selbstbewusstsein und Selbstwert es zu stärken gilt

    •    deren natürlicher Drang nach Entwicklung unterstützt werden soll

    •    die Defizite aufweisen, die es auszugleichen gilt

    •    die die Fähigkeit entwickeln möchten, eigenständig Lösungen zu finden und hierbei unterstützt werden sollen

    •    die innere Spannungen aufweisen, die abgebaut werden sollen, um damit mehr Ausgeglichenheit zu erlangen

    •    die ihre eigenen Qualitäten und Fähigkeiten entdecken möchten

    •    deren Lebensfreude und Vitalität es zu steigern gilt

    •    deren Beziehungsfähigkeit es zu stärken gilt, um auf etwas-jemanden aktiv zuzugehen und auch zuzulassen

    •    die sich selbst besser spüren / wahrnehmen möchten 

    •    die aus der Überforderung heraus ausgepowert und müde sind, und ihren Akku wieder füllen möchten

    •    die Wertverluste erlitten haben und non-verbal verarbeiten möchten, um loslassen zu können

    •    die Konzentrationsstörungen / Lernschwäche / Entwicklungsverzögerungen aufweisen und selbst aktiv spielerisch zur Veränderung beitragen möchten